6. Nachbarschaftsküche am 25.08.2020

Auch bei der 6. Auflage der Klimafreundlichen Nachbarschaftsküche meinte es das Wetter gut mit uns und wir konnten wieder draußen vor dem Lesecafé grillen und essen – auch dieses Mal im kleineren Kreis und unter Beachtung der aktuellen Hygienerichtlinien.

Im Hinblick auf die zurückliegenden heißen Wochen ging es inhaltlich um das Thema „Wasserverbrauch und Ernährung“. Anhand einer Grafik, die die Teilnehmer*innen bekamen, wurde deutlich, dass eine fleischhaltige Ernährungsweise wesentlich mehr Wasser verbraucht als eine vegetarisch bzw. vegane. Der Klimakiller Nr. 1 ist hierbei Rindfleisch, da für ein Kilogramm Fleisch ganze 15.500 Liter Wasser benötigt werden – der Großteil davon nur für die Erzeugung von Futtermitteln. Zum Vergleich: Sojabohnen brauchen etwa 2.050 l pro kg, Kartoffeln 210 l und Tomaten nur 110 l.

Dieses Mal probierten wir wiederum ganz andere Grillspezialitäten als beim letzten Termin aus: Die Klimaköchinnen und Klimaköche bereiteten Tofu-Gemüse-Spieße, Kräutertomaten und gefüllte Zucchinipäckchen zu. Dazu gab es Kichererbsen-Salat, Rote Bete-Apfel-Salat und dreierlei leckere Dips. Die Päckchen wurden mit besonders viel Geduld gefaltet und überzeugten die Teilnehmer*innen durch Aussehen und Geschmack mit am meisten.

Neben den Klimagesprächen und dem Essen diskutierten wir auch über die nächsten Termine und wie sich die Kochgruppe langsam verselbstständigt. Im September bieten wir daher zwei Termine an und geben auch die Themen vorher bekannt, sodass sich alle Interessierten mit ihren Ideen für passende Rezepte einbringen können.

Auf nach draußen!

Jetzt, wo es wärmer wird, die Tage länger sind und wir uns wieder mit unseren Liebsten treffen können, ist die beste Zeit, um sich draußen zu einem Picknick zu versammeln. Gerade in Corona-Zeiten könnt ihr euch so nochmal sicherer fühlen, an der frischen Luft und mit selbst zubereitetem Essen.

Sabine stellt euch hier ihre Tofu-Cornflakes-Bällchen vor. Die sind schnell gemacht, schmecken sowohl warm als auch kalt und passen super zu Salat, Gemüsesticks und „Quark“. Klimafreundlich sind sie natürlich auch wieder.

Veranstaltet ihr auch hin und wieder ein Picknick mit Freunden und/oder Familie? Was bereitet ihr am liebsten dafür zu? Lasst es uns in den Kommentaren wissen! 🙂

Selbstgemachte Gemüsebrühe

Sabine zeigt uns heute ihr Rezept für eine selbstgemacht Gemüsebrühpaste. Damit könnt ihr Gemüsereste verwerten, vermeidet gekaufte Brühe mit vielen Inhaltsstoffen und habt ein Produkt, das sich bis zu drei Monate im Kühlschrank hält. Unten im Rezept seht ihr, welches Gemüse Sabine verwendet hat – zwecks der Klimafreundlichkeit könnt ihr aber auch das nehmen, was ihr gerade da habt und was bald weg muss 🙂 Viel Spaß beim Nachmachen!

Selbstgemachte Gemüsebrühpaste

Spargelzeit

Heute bin ich über den Markt geschlendert und habe den frischen Spargel gesehen, der ja momentan Saison hat. Da bin ich auf eine Idee gekommen. Erinnert ihr euch an die Lauch-Quiche aus der Nachbarschaftsküche im Februar? Den Lauch kann man hier einfach durch Spargel ersetzen. Beides gibt es gerade vom Freiland und kann damit für eure klimafreundliche Gerichte verwendet werden. Ob es grüner oder weißer Spargel sein soll bleibt euch überlassen. Entscheidend ist, dass ihr deutschen Bio-Spargel verwendet. Denn die Werte im Klimateller unterscheiden sich je nach Einstellung deutlich:

Spargel hat wenig Kalorien, aber viele verschiedene Nährstoffe. Er besteht zu 93 Prozent aus Wasser und hat daher nur 18 Kilokalorien pro 100 Gramm. Er enthält unter anderem Kalium und Asparagin, einen Eiweißbaustein, der für den Spargel namensgebend war.

Ich habe auf die Quiche trotzdem noch etwas Lauch, dann muss man sich auch nicht für ein Gemüse entscheiden 🙂 Erinnert ihr euch noch an die Quiche aus der Nachbarschaftsküche? Kocht sie doch mal wieder nach und schickt uns ein Bild!

Spargel-Quiche mit Räuchertofu

Da haben wir den klima(-un-)freundlichen Kartoffelsalat

Heute wollen wir mal einen genaueren Blick aufs Klimakochbuch werfen. Denn unserer Meinung nach hält das Buch nicht immer, was es verspricht: klimafreundlich zu kochen. Zwar enthält es viele gute Beiträge zu relevanten Themen (z.B. Emissionen, vergessenen Gemüsesorten und Fairtrade) und auch viele rein pflanzliche Rezepte, dafür aber auch immer wieder Gerichte, die nicht wirklich als klimafreundlich bezeichnet werden können.

Eins davon, einen Kartoffel-Bärlauch-Salat mit Mini-Buletten, zeigen wir euch hier in zwei Varianten. Im Original mit 500 g Hackfleisch von Lamm und Schwein, Milch(-produkten) und Eiern, schlägt das Gericht mit 1250 g CO2-Äquivalenten pro Portion ganz schön zu Buche. Logisch, bei so viel Fleisch, wo das Lammfleisch auch nochmal mehr CO2 verursacht als das Schwein.

In unserer Version haben wir das Fleisch einfach durch 250 g Sojaschnetzel ersetzt, die 500g verarbeitbare Masse ergeben. Die Milchprodukte wurden durch Sojamilchprodukte ersetzt und statt der 2 Eier haben wir Sojamehl mit Wasser vermischt verwendet. Und schon hat das Rezept nur noch 287 g CO2-Äquivalente, vier Mal weniger als das Original!

Unten seht ihr die beiden Rezepte und die Werte der einzelnen Zutaten laut klimateller.de aufgelistet. Schaut euch mal an, wie die tierischen Produkte und ihre Alternativen voneinander abweichen. Da lässt sich beim Klimakochbuch-Rezept noch Einiges optimieren, meint ihr nicht?

Übrigens: Schaut mal auf die aktuelle Wochenkarte vom Lesecafé – wer die vegane Variante dieses Gerichts gerne einmal probieren möchte, muss diese Woche nicht selber kochen, sondern kann sie sich ganz bequem im Lesecafé abholen 🙂

So sehen die Minibuletten mit Kartoffelsalat und Bärlauch aus, die im Lesecafé auf der Wochenkarte stehen. WIr haben ein bisschen kräftiger gewürzt als im Rezept angegeben, und jetzt ist das ein schönes herzhaftes Essen, bei dem man Fleisch, Ei und Milch kein bisschen vermisst.
Klimakochbuch Kartoffelsalat mit Mini-Buletten
Variante Kartoffelsalat mit Mini-Buletten
Rezept KlimakochbuchCO2Unsere VarianteCO2
400 g Kartoffeln13 g13 g
2 Schalotten1,86 g1,86 g
2 EL Essig10 g10 g
4 EL Rapsöl16 g16 g
Salz, Pfeffer14,74 g 14,74 g
1 TL Senf2,77 g2,77 g
1 TL Crème fraîche4,28 g 1 TL Soja-Joghurt*0,7 g
2 Bund Bärlauch8,94 g8,94 g
250 g Bio-Hackfleisch (Schwein)274 g250 g feine Sojaschnetzel* + 250 ml Wasser69 g
250 g Bio-Hackfleisch (Lamm)700 g/
4 Scheiben Weißbrot50 g50 g
100 ml Milch42 g100 ml Sojamilch13 g
2 Eier61 g40 g Sojamehl + 80 ml Wasser40 g
Zwiebel7,69 g7,69 g
2 Knoblauchzehen1,49 g1,49 g
2 EL Senf11 g11 g
Pinienkerne13 g13 g
Petersilie5,42 g5,42 g
Thymian0,71 g0,71 g
Semmelbrösel2,48 g2,48 g
Rapsöl4,87 g4,87 g
Gesamt1250 gGesamt287 g
Datenquelle: klimateller.de
*Da Sojajoghurt und Sojaschnetzel im Klimateller fehlen, wurden zur Berechnung Sojamilch und Tofu genommen

Rhabarber Rhabarber

Endlich ist sie wieder da, die Rhabarber-Saison! So langsam gibt es ihn auch schon bei uns aus der Region, und wir freuen uns schon auf die leckeren Kuchen und Desserts, die damit kreiert werden können. Dabei zählt der Rhabarber eigentlich als Gemüse. Wenn ihr ihn backt, muss er übrigens nicht geschält werden, da er bei den hohen Temperaturen weich wird. Das spart Zeit, Nerven und die schöne rote Umhüllung bleibt dran 🙂

Ein passendes Rezept zeigen wir euch unten, in dem sich gleich mehrere leckere Sachen vereinen: Rhabarber, Pudding und Streusel. Klimafreundlich ist es natürlich auch, da wir die Milch durch Pflanzenmilch ersetzt und das Ei in Teig und Streuseln weggelassen haben. Geht genauso gut ohne. Je nach Saison könnt ihr außerdem verschiedenes Obst verwenden, z.B. Kirschen im Sommer oder Äpfel und Zwetschgen im Herbst. Damit bleibt der Kuchen zu jeder Jahreszeit klimafreundlich.

Habt ihr auch schon Lust auf Rhabarber bekommen? Schreibt es uns in den Kommentaren!

Rhabarber-Pudding-Streuselkuchen

Klimainfos zu den Apfel-Mohn-Pancakes

Zum Wochenstart gibt es heute die CO₂-Äquivalente der Apfel-Mohn-Pancakes mit „Joghurt“soße und obendrein einige Informationen zu Milchprodukten und ihren pflanzlichen Alternativen.

Hier seht ihr oben die Werte des Rezepts mit Sojajoghurt (hier Sojamilch, da die Zutat im Klimateller-Rechner nicht verfügbar ist) und unten von einer Variante mit normalem Joghurt.

Apfel-Mohn-Pancakes mit Sojajoghurt-Soße
Apfel-Mohn-Pancakes mit Joghurtsoße
Quelle: klimateller.de
Statt Mohn wurden Leinsamen genommen, da die Zutat im Klimateller-Rechner nicht verfügbar ist

Wir hatten euch einige Rezepte für einen Osterbrunch angekündigt, und beim Frühstück spielen Milchprodukte ja oft eine wichtige Rolle. Neben Fleisch tragen auch diese erheblich zu den Treibhausgas-Emissionen in der Landwirtschaft bei. Beim Frühstücken könnt ihr aber leicht CO₂ einsparen, da viele Milchprodukte gut durch pflanzliche Alternativen ersetzbar sind, wie hier Kuhmilch- durch Pflanzenmilchprodukte. Ab morgen gibt es dann die zusätzlichen Rezepte, die noch mehr Alternativen zu tierischen Produkten aufzeigen. Jeden Tag eins (vielleicht auch zwei), sodass ihr am Ostersamstag noch fehlende Zutaten einkaufen könnt, um euren klimafreundlichen Osterbrunch zuhause genießen zu können.

Lasst uns teilhaben: Seid ihr mit den Rezepten gut klargekommen, schmecken euch die Gerichte? Und schickt uns Fotos! Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Unten haben wir euch außerdem ein Infoblatt zur Klima(-un-)freundlichkeit von Milch und verschiedenen Milchalternativen erstellt. Denn: Nicht jede Pflanzenmilch ist gleich gut für Klima und Umwelt. Hängt euch das Merkblatt in die Küche und macht euer Frühstück mit dieser Hilfe klimafreundlicher!

Milchalternativen und ihre Klimafreundlichkeit

CO₂-Werte des Spaghetti-Rezepts

Zum Spaghetti-Rezept von letzter Woche haben wir von euch keine Einsendungen mit selbst berechneten Werten bekommen. Was war da los? Habt ihr gerade viele andere Dinge zu tun oder vielleicht Probleme bei der Anwendung auf klimateller.de? Lasst es uns in den Kommentaren wissen, wir geben euch gerne Unterstützung!

Hier sind jetzt also die Werte pro Portion, die wir berechnet haben, im Vergleich mit denen aus dem Klimakochbuch:

Klimateller.deKlimakochbuch
326 g CO₂-Äquivalente560 g CO₂-Äquivalente
Alle Zutaten bioAlle Zutaten konventionell
Nudeln: 121 gNudeln: 109 g
Tofu*: 52 gSoja-Schnetzel: 140 g
Karotten: 11 gKarotten: 7,5 g
Zwiebeln: 17 gZwiebeln: 7,5 g
Sellerie: 11 gSellerie: 5,5 g
Rapsöl: 6,43 g/
Olivenöl: 16 gOlivenöl: 11 g
Passierte Tomaten: 33 gTomaten: 81,5 g
Tomatenmark: 43 gTomatenmark: 6,25 g
Gewürze: 15,89 gKochen (E-Herd): 187,5 g
*Da Soja-Schnetzel nicht im Klimateller verfügbar sind, wurde hier Tofu genommen
Quellen: klimateller.de und Klimakochbuch

Der Wert aus dem Klimakochbuch ist vor allem deswegen höher, weil hier noch der Energieverbrauch beim Kochen mit eingerechnet ist, der bei unserer Berechnung fehlt. Im Klimateller verändern sich die Werte je nachdem, welche Angaben man zu den einzelnen Zutaten macht: Anbaumethode, Transportart, Konservierung, Verpackung etc. Unten seht ihr zwei Beispiele dazu, wie wir die Zutaten konfiguriert haben. Welche Werte kamen bei euch raus?

Quelle: klimateller.de

Klimainfos zu den Pancakes gibt es nächste Woche. Habt sie schon ausprobiert? Sahen sie auch so schön aus wie die von Sabine? Oder hebt ihr euch das Rezept für den Osterbrunch auf?

Wir haben schon ein paar Ideen vorbereitet, was noch alles zu einem schönen Osterbrunch gehört, die teilen wir in den nächsten Tagen mit euch. Habt ihr spezielle Wünsche oder eigene Brunch-Rezepte? Schreibt sie uns, wir freuen uns auf eure Kommentare!

Apfel-Mohn-Pancakes

Heute geht es weiter mit dem zweiten Rezept auf unserem klimafreundlichen Nachbarschaftsküchen-Blog. Sabine hat für euch Apfel-Mohn-Pancakes mit »Joghurt«soße ausgewählt und gleich mal ausprobiert. Die kleinen Pfannkuchen sind toll für ein gemütliches Frühstück zuhause mit der Familie oder anderen lieben Menschen.

Bereitet sie zuhause zu und lasst uns daran teilhaben, wie sie geworden sind. Über Bilder freuen wir uns ebenfalls.

Am Freitag gibt es wieder die CO₂-Äquivalente des Rezepts und passende Informationen zu einem klimafreundlichen Frühstück. Bis dahin könnt ihr die Werte unter klimateller.de schon mal selbst ausrechnen. Probiert doch auch mal den CO2-Rechner auf klimatarier.com aus und sagt uns, wie ihr ihn findet. Viel Spaß dabei!

Unser interaktiver Blog ist jetzt online. Meldet euch an und schreibt uns eure Kommentare, Fragen, Ideen. Fotos könnt ihr natürlich auch posten, wir sind schon gespannt.

Nicht vergessen: Noch bis Freitag könnt ihr uns den klimateller.de CO2-Wert für das Spaghetti-Gericht per Email schicken. Ein Rezeptkalender mit vielen Anregungen – auch für einen schönen Osterbrunch – erwartet euch!

Apfel-Mohn-Pancakes mit Joghurtsoße

Klimainfos zum Spaghetti-Rezept

Wie angekündigt gibt es heute die Klimawerte für die Spaghetti mit Gemüse-Bolognese:

Das Rezept hat laut Klimakochbuch pro Portion 560 g CO₂-Äquivalente.

Die Gemüse-Bolognese punktet vor allem durch die Verwendung von Soja-Schnetzeln. Mit gemischtem Hackfleisch hätte das Rezept pro Portion 1203 g CO₂-Äquivalente, also mehr als das Doppelte. Auch beim Proteingehalt pro 100 g liegen Soja-Schnetzel mit 49,2 g vor Hackfleisch mit 18,9 g. Fleischersatzprodukte wie Tofu und Seitan, der aus Weizen- oder Dinkelmehl gemacht wird, sollten zuvor mariniert werden und können dann wie Fleisch angebraten werden.

Jetzt wäre natürlich spannend zu wissen, ob klimateller.de, womit wir ja sonst immer arbeiten, beim CO₂-Wert zum gleichen Ergebnis kommt wie das Klimakochbuch. Deshalb gibt es heute eine kleine Aufgabe für euch: Ermittelt den CO₂-Wert nach dem Klimateller und schickt uns das Ergebnis bis nächsten Freitag (3. April) an info@nachhaltigkeit-trifft-altstadt.de. Unter allen, die mitmachen, verlosen wir einen immerwährenden Rezeptkalender.

Hier nochmal eine kurze Info zu klimateller.de. Wie die meisten von euch wissen, ist die Anwendung leider nicht mehr kostenlos verfügbar, aber man kann sich für einen 30-tägigen kostenlosen Testzugang anmelden. Für alle, die klimateller.de länger nutzen wollen, besprechen wir in einer der nächsten Nachbarschaftsküchen, wie wir das unterstützen können.

Und: Bitte schickt uns ein Foto, wenn ihr die Spaghetti zuhause kocht, dann gibt es hier bald eine kleine Spaghetti-Bildergalerie. Wir haben schon mal den Anfang gemacht und sind gespannt auf eure Fotos!

In unserem nächsten Beitrag stellen wir eine klimafreundliche Frühstücksidee vor. Darauf könnt ihr euch schon freuen.