Der Lockdown-Light geht auch an uns nicht spurlos vorbei.

Leider muss das Klimaschaufenster vorerst geschlossen bleiben!
Die Ausstellung der Solidarischen Landwirtschaft Erlangen wartet aber weiterhin auf Sie und wird so bald wie möglich wieder öffnen.

Aber im Lesecafé wird weiter gekocht!
Gerade hat das Lesecafé die Kürbis-Saison eröffnet, und schon müssen wir schließen … Machen Sie das Beste daraus und zaubern Sie sich zuhause mit einer freundlichen Deko auf unserer Fränkischen Kürbissuppe ein Lächeln ins Gesicht.

Ihre Mehrwegbehälter kommen jetzt wieder zum Einsatz: Von Dienstag bis Freitag, 11:30 – 16:00, gibt es Essen zum Mitnehmen im Lesecafé. Wie im Frühjahr freuen wir uns auch jetzt wieder über Ihre Vorbestellung. Das erleichtert uns die Planung und Sie können sicher sein, dass Sie ihr Wunschessen bekommen.
Schicken Sie ihre Bestellung bitte an bestellung@lesecafe-erlangen.de und machen Sie dabei folgende Angaben: Name, Abholtag, Abhol-Uhrzeit, eigene Behälter? Warm oder zum Aufwärmen zuhause.
Oder nutzen Sie den Email-Link auf unserer Webseite (https://lesecafe-anstaendig-essen.de/), da sind die erforderlichen Angaben schon drin und Sie können sie einfach ausfüllen.

Wenn Sie auf Lieferung angewiesen sind: Melden Sie sich telefonisch, dann besprechen wir was möglich ist.
Das Lesecafé freut sich auf Ihre Bestellungen =)

3. Altstadttreff – Teilen statt Kaufen

Wie viele Bohrmaschinen braucht ein Mehrfamilienhaus?
Wer gießt meine Blumen, wenn ich im Urlaub bin?

„Nachhaltigkeit trifft Altstadt“ lädt ein zum dritten Erlanger Altstadttreff. Im Mittelpunkt stehen diesmal Ideen für eine solidarische und nachhaltige Nachbarschaft.

Was müssen wir selbst besitzen und was können wir gut teilen?
Wie können wir uns gegenseitig unterstützen?

Diesen Fragen gehen wir gemeinsam mit unseren Gästen nach:

  • Umweltamt (Vorstellung von Pumpipumpe und Erlanger Verschenkbörse)
  • Free Willy (Umsonstladen)
  • Dritte Welt Laden
  • Erlanger Werkstattwagen vom Arche-Bauernhof
  • Organisierte Nachbarschaftshilfe Dechsendorf-Erlangen

Fragen und Beiträge zu eigenen Erfahrungen zum Thema sind willkommen.
Die Lesecafé-Küche sorgt mit Häppchen für das leibliche Wohl.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch den 23. September um 19 Uhr im Lesecafé statt. Anmeldung vorab per Mail an info@nachhaltigkeit-trifft-altstadt.de.

Ein schöner Abend mit Musik, Essen und Cidre aus der Bretagne

19.07.2020 – Jour de France – „Côté Bretagne“

Am Sonntag veranstalteten das Lesecafé mit seinem Klimaschutz-Projekt „Nachhaltigkeit trifft Altstadt“ und das deutsch-französische Institut Erlangen (dfi) ein nachhaltiges Kulturfest mit Live-Musik in der Altstadtmarktpassage. Aufgrund der Corona Beschränkungen waren nur 100 Gäste  zugelassen. Alle hielten sich vorbildlich an die Regeln. 

„Gerne hätten wir noch mehr Gäste empfangen, die Warteliste war lang“, erzählt Tina Prietz, Veranstalterin und Leiterin von Nachhaltigkeit trifft Altstadt. Die Gäste, die es unter die ersten Hundert geschafft hatten, genossen einen schönen Sommerabend im spontan errichteten „Cidre-Garten“. 

Neben original Bio-Cidre aus der Bretagne gab es auch vielfältiges klimafreundliches Essen vom Lesecafé. Crêpes und Galettes waren der kulinarische Beitrag speziell für diesen Nachmittag „côté Bretagne“.  Und auch wenn typisch bretonische Varianten wie „Käse und Schinken“ oder „Pomme caramel“ nicht oder eben nur in der veganisierten Variante im Angebot waren, bewies die nicht enden wollende Schlange am Crêpes Stand, dass es den Erlanger und auch französischen Gästen schmeckte. 

Für die passende Atmosphäre sorgte die Band „sans façon“ aus Erlangen und Nürnberg sowohl mit alten Klassikern als auch aktuellen französischen Songs. Mit Sänger Christophe Jardin aus Rennes, der immer wieder mit Anekdoten zu den gespielten Stücken aufwartete, hatte auch die Parnerstadt ihren Auftritt. Tobias Ott nutzte die Pausen, um über die Postkartenaktion für die Partnerstädte zu informieren. Viele Gäste beteiligten sich spontan und sandten Grüße an Freunde in der Erlanger Partnerstadt Rennes.

Auch Infos zum Klimaschutz im Alltag kamen nicht zu kurz. Katharina Zeck, Mitarbeiterin des Lesecafé-Klimaschutzprojekts „Nachhaltigkeit trifft Altstadt“, servierte als „lebendiges Buch“ den Gästen an ihren Tischen Hinweise zu klimafreundlicher Ernährung. Viele waren von der Klimawirkung einzelner Lebensmittel überrascht: „Butter? Das hätte ich jetzt nicht gedacht!“. „Durch den hohen Milchverbrauch entstehen bei der Produktion von 1 kg Butter stolze 24 kg CO2-Äquivalente“, erklärt Katharina Zeck. Aufgrund des Verzichts auf tierische Produkte und die Verwendung regionaler, saisonaler Lebensmittel fielen für die Crêpes und Galettes des Lesecafés nur etwa 20 Prozent der sonst entstehenden CO2-Emissionen an.

Zum Abschluss des Abends führte das Team vom deutsch-französischen Institut einen ganz besonderen Tanz auf. Er wurde von der Sport AG an der Pestalozzi Schule, die vom dfi betreut wird, in einem Video-Kurs einstudiert, während die Schule wegen Corona geschlossen war. Die Choreografie stammt vom französischen Beitrag beim Eurovision Songcontest 2019 zu dem Lied „Bim bam Toi“.

„Insgesamt war es auch mit den Einschränkungen durch Corona ein sehr schöner Abend; der Einsatz aller, vor allem auch der zahlreichen Helferinnen und Helfer, hat sich gelohnt“, sagt auch Rachel Gillio, die Leiterin des dfi.

Lesecafé: Was ist fair?

Natürlich: Ein Pfeiler fairen Handelns ist der Einkauf von Fairtrade Produkten. Auch wenn die unterschiedlichen Fairtrade Zertifikate unterschiedlich zu bewerten sind in ihrer Strenge und Zuverlässigkeit: Wir gehen davon aus, so dennoch Produkte einzukaufen, die in Sachen Fairtrade die Nase vorn haben.

Im Lesecafé kaufen wir bei Partnern wie zum Beispiel Bananeira ein, weil wir Wert auf fairen Handel und klimafreundliche Produktion legen – egal, aus welchem Teil der Welt ein Produkt kommt – und weil wir inklusive Konzepte in der Arbeitswelt gerne unterstützen.

Aber ist das alles? 

Im Lesecafé vertreten wir ein Konzept, das unter fairem Handel mehr versteht als Fairtrade Produkte einzukaufen.

Beispiel Klima

So gut wie jedes Essen, das aus der Lesecafé-Küche kommt, spart gegenüber einem durchschnittlichen Gericht 50 Prozent CO2-Äquivalente oder mehr ein.
Fairness gegenüber den Menschen im globalen Süden und gegenüber unseren Kindern und Enkel*innen bedeutet auch, sparsam mit Ressourcen umzugehen und dem Klimawandel entgegenzutreten.

Deshalb gibt es im Lesecafé nicht nur klimafreundliches Essen und Getränke, sondern auch Bildungsangebote zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Praxisbezug und Umsetzbarkeit im Alltag werden dabei großgeschrieben. 
Seit September 2019 konzentriert das Lesecafé diese Themen im Klimaschutz­projekt »Nachhaltigkeit trifft Altstadt«. Das Klimaschaufenster gehört dazu.

Beispiel Bio-regional-saisonal

Discounterpreise für Gemüse sprechen für sich: Die Salatgurke für 33 Cent, 1 kg Tomaten für 55 Cent. Welcher Erzeuger kann von seiner Produktion leben, wenn schon die Ladenpreise so niedrig sind?

Wir kaufen unser Biogemüse so weit wie möglich regional und saisonal ein. Mit Ursula Volland und Christiane Wilde und ihrem Biolandbetrieb in Neunhof haben wir zuverlässige Lieferantinnen, die uns regelmäßig mit frischem saisonalem Gemüse für unsere Küche versorgen. Tolle Qualität bei kurzen Transportwegen, angemessene Preise und eine für alle hilfreiche Stärkung der Vernetzung untereinander: Von verlässlichen Beziehungen und fairen Bedingungen profitieren alle.

Beispiel Fleisch

  • 42.000 Rinder werden jährlich im Erlanger Schlachthof geschlachtet.
  • 20.000 Schweine werden täglich im Tönnies-Schlachthof Rheda-Wiedenbrück geschlachtet, der jetzt wegen mehr als 1000 Corona-Infektionen unter den Mitarbeiter*innen geschlossen wurde.
Milliardengeschäft mit Fleisch

Fairness gegenüber den Menschen 
Die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie stehen schon lange in der Kritik. Jetzt endlich scheint es – erzwungen durch die Corona-Infektionen – ernsthafte Ansätze zu geben, wenigstens die schlimmsten Missstände zu unterbinden. 
Die Politik können wir fragen: Ist es fair gegenüber diesen Menschen, wenn solche Arbeitsbedingungen legal sind? 
Uns selbst müssen wir fragen: Ist es fair gegenüber diesen Menschen, Billigfleisch zu kaufen, wenn wir wissen, unter welchen Bedingungen dafür Menschen leben und arbeiten?

Fairness gegenüber den Tieren
Immer wieder taucht auch der Begriff »Tierwohl« in den Diskussionen um die Fleischindustrie auf. Welchen Sinn kann dieser Begriff aber überhaupt haben, wenn wir es normal finden, dass an einem einzigen Ort an einem einzigen Tag 20.000 Schweine geschlachtet werden? 
Im Akkordtempo getötet, zerlegt und verarbeitet zu werden, um dann zu Dumpingpreisen auf unserem Teller zu landen, ist nur die letzte Stufe in der Tierproduktionskette. Davor stehen stunden- oder gar tagelange Transporte und ein kurzes Leben unter oft qualvollen, auf Profitmaximierung getrimmten Bedingungen. 

Was ist an diesem Umgang mit Tieren fair? 

Kann es überhaupt fair gegenüber einem Lesewesen sein, es nur in die Welt zu setzen, um es schließlich töten und essen zu können?