Sommerprogramm im Klimaschaufenster

Während der Sommerferien bietet das Klimaschaufenster einen abwechslungsreichen Mix von Themen und vertretenen Initiativen.

Die Ausstellung „Klima in Zeiten von Corona“ von Greenpeace Erlangen geht in die Verlängerung. An den Öffnungstagen der anderen Initiativen sind die weltweiten Beispiele zum Zusammenhang von Klima und Corona auch im August noch zu sehen.

Außerdem stellt der ADFC Erlangen jeden Mittwoch von 16-18 Uhr verschiedene Lastenräder aus, bietet Probefahren und Beratung an.
Darüberhinaus ist zu diesen Zeiten im Klimaschaufenster auch eine Codierung möglich, bei der ein Eigentumsnachweis zum Schutz vor Diebstahl und Weiterverkauf des Fahrrads eingraviert wird. Dieses Angebot gibt es zusätzlich noch am 07.08. von 14-17 Uhr und am 17.08. von 16.19 Uhr.
Sowohl für die Mittwochstermine, als auch für die Zusatztermine gilt: Codierung nur nach Anmeldung per E-Mail an klaus.helgert@adfc-erlangen.de

Jeden Freitag bietet Fridays for Future unterschiedliche Angebote im Rahmen ihrer Sommeraktion an. Darunter verschiedene Workshops, eine Fahrradtour und auch das Escape-Game „E5C4PE Climate Change“ wird am 14.08 ab 15:00 Uhr wieder angeboten. Dafür ist eine Anmeldung bereits jetzt möglich, per E-Mail an info@nachhaltigkeit-trifft-altstadt.de. Bei großem Interesse am Escape-Game können wir auch weitere Termine anbieten.

Greenpeace im Klimaschaufenster

Greenpeace Erlangen präsentiert den ganzen Juli über, immer Mittwoch bis Samstag 12-18 Uhr, gleich 3 Ausstellungen in der Altstadtmarktpassage. Das Programm wurde an die Corona-Maßnahmen angepasst: Bis zu 7 Besucher*innen können das Klimaschaufenster zur selben Zeit mit Mund-Nasenbedeckung betreten.

„Mit unserer interaktiven Ausstellung Klima in Zeiten von Corona möchten wir anhand weltweiter Beispiele Zusammenhänge zwischen der Corona- und Klimakrise zeigen“, erklärt Julian Hofmann von Greenpeace Erlangen.

Auf der einen Seite hat im Schatten der Corona-Pandemie die Waldzerstörung zugenommen, andererseits erobern sich Fußgänger*innen und Radfahrer*innen die Straßen zurück. Die Ausstellung macht also deutlich, wie Corona Krisen verschärft, aber auch Menschen inspiriert, kreative Lösungen aus der Krise zu finden.

Außerdem wird die Kunstaktion „Schüler*innen machen Ausstellung – Was kannst DU für den Klimaschutz machen?“ gezeigt, zu der Schulen und Kindergärten Erlangens ihre Werke einschicken konnten und auch immer noch können. Gleichzeitig ist im Klimaschaufenster die Fotoausstellung „Was am Ende übrig blieb“ der Fotografin Garnet Köning zum Thema Verpackungsmüll zu sehen.

Lesecafé: Was ist fair?

Natürlich: Ein Pfeiler fairen Handelns ist der Einkauf von Fairtrade Produkten. Auch wenn die unterschiedlichen Fairtrade Zertifikate unterschiedlich zu bewerten sind in ihrer Strenge und Zuverlässigkeit: Wir gehen davon aus, so dennoch Produkte einzukaufen, die in Sachen Fairtrade die Nase vorn haben.

Im Lesecafé kaufen wir bei Partnern wie zum Beispiel Bananeira ein, weil wir Wert auf fairen Handel und klimafreundliche Produktion legen – egal, aus welchem Teil der Welt ein Produkt kommt – und weil wir inklusive Konzepte in der Arbeitswelt gerne unterstützen.

Aber ist das alles? 

Im Lesecafé vertreten wir ein Konzept, das unter fairem Handel mehr versteht als Fairtrade Produkte einzukaufen.

Beispiel Klima

So gut wie jedes Essen, das aus der Lesecafé-Küche kommt, spart gegenüber einem durchschnittlichen Gericht 50 Prozent CO2-Äquivalente oder mehr ein.
Fairness gegenüber den Menschen im globalen Süden und gegenüber unseren Kindern und Enkel*innen bedeutet auch, sparsam mit Ressourcen umzugehen und dem Klimawandel entgegenzutreten.

Deshalb gibt es im Lesecafé nicht nur klimafreundliches Essen und Getränke, sondern auch Bildungsangebote zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Praxisbezug und Umsetzbarkeit im Alltag werden dabei großgeschrieben. 
Seit September 2019 konzentriert das Lesecafé diese Themen im Klimaschutz­projekt »Nachhaltigkeit trifft Altstadt«. Das Klimaschaufenster gehört dazu.

Beispiel Bio-regional-saisonal

Discounterpreise für Gemüse sprechen für sich: Die Salatgurke für 33 Cent, 1 kg Tomaten für 55 Cent. Welcher Erzeuger kann von seiner Produktion leben, wenn schon die Ladenpreise so niedrig sind?

Wir kaufen unser Biogemüse so weit wie möglich regional und saisonal ein. Mit Ursula Volland und Christiane Wilde und ihrem Biolandbetrieb in Neunhof haben wir zuverlässige Lieferantinnen, die uns regelmäßig mit frischem saisonalem Gemüse für unsere Küche versorgen. Tolle Qualität bei kurzen Transportwegen, angemessene Preise und eine für alle hilfreiche Stärkung der Vernetzung untereinander: Von verlässlichen Beziehungen und fairen Bedingungen profitieren alle.

Beispiel Fleisch

  • 42.000 Rinder werden jährlich im Erlanger Schlachthof geschlachtet.
  • 20.000 Schweine werden täglich im Tönnies-Schlachthof Rheda-Wiedenbrück geschlachtet, der jetzt wegen mehr als 1000 Corona-Infektionen unter den Mitarbeiter*innen geschlossen wurde.
Milliardengeschäft mit Fleisch

Fairness gegenüber den Menschen 
Die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie stehen schon lange in der Kritik. Jetzt endlich scheint es – erzwungen durch die Corona-Infektionen – ernsthafte Ansätze zu geben, wenigstens die schlimmsten Missstände zu unterbinden. 
Die Politik können wir fragen: Ist es fair gegenüber diesen Menschen, wenn solche Arbeitsbedingungen legal sind? 
Uns selbst müssen wir fragen: Ist es fair gegenüber diesen Menschen, Billigfleisch zu kaufen, wenn wir wissen, unter welchen Bedingungen dafür Menschen leben und arbeiten?

Fairness gegenüber den Tieren
Immer wieder taucht auch der Begriff »Tierwohl« in den Diskussionen um die Fleischindustrie auf. Welchen Sinn kann dieser Begriff aber überhaupt haben, wenn wir es normal finden, dass an einem einzigen Ort an einem einzigen Tag 20.000 Schweine geschlachtet werden? 
Im Akkordtempo getötet, zerlegt und verarbeitet zu werden, um dann zu Dumpingpreisen auf unserem Teller zu landen, ist nur die letzte Stufe in der Tierproduktionskette. Davor stehen stunden- oder gar tagelange Transporte und ein kurzes Leben unter oft qualvollen, auf Profitmaximierung getrimmten Bedingungen. 

Was ist an diesem Umgang mit Tieren fair? 

Kann es überhaupt fair gegenüber einem Lesewesen sein, es nur in die Welt zu setzen, um es schließlich töten und essen zu können? 

Sneep fordert ein Lieferkettengesetz

Regina von Sneep Erlangen stellt einen Teil der Fairtrade-Ausstellung im Klimaschaufenster in der Altstadtmarktpassage vor.

Sneep ist ein studentisches Netzwerk, das das Lieferkettengesetz unterstütz. Denn bei Sneep geht es um Wirtschaftsethik und um Nachhaltigkeit. Wenn Sie genauere Infos zum Lieferketten gesetzt haben wollen, dann kommen Sie doch mal vorbei und schauen Sie sich die Ausstellung an. 

Neben Infos zum dem Lieferkettengesetzt stellt Sneep auch Produkte von vier Firmen aus der Region aus, welche besonders auf ihre Lieferketten achten. 

Mittwochs bis samstags von 12 bis 18 Uhr hat das Klimaschaufenster geöffnet und noch bis zum 27.06. ist die Fairtrade-Ausstellung zu sehen. 

Hier geht’s zur Petition für das Lieferkettengesetz: https://lieferkettengesetz.de

Was hat Fairtrade mit Klimaschutz zu tun?

Konsum und Ernährung sind in Deutschland zusammen für über die Hälfte unseres persönlichen CO2-Fußabdrucks verantwortlich: 6,2 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr und pro Person

Hier können Emissionen eingespart werden, z.B. durch den Kauf von Fairtrade-Produkten.

Um dem Klimawandel langfristig entgegenzuwirken, werden bei Fairtrade Maßnahmen ergriffen, um die Menge an Treibhausgasen zu reduzieren:

  • Umstieg auf Erneuerbare Energien bei der Produktion
  • Nachhaltiger Umgang mit Müll und Wasser
  • Wiederaufforstungsprojekte und Anbau in Mischkulturen
  • Transport mit Schiffen statt Flugzeugen
  • Kompensation von Emissionen z.B. über Klima-Kollekte

Viele Fairtrade-Unternehmen sowie die Dachorganisation fungieren auch als politische Interessenvertretung:

  • Im globalen Norden mobilisieren die Fairtrade Organisationen die Zivilgesellschaft. #FairtradeForFuture
  • Im globalen Süden sind die Produzent*innennetzwerke in Afrika, Asien und Lateinamerika aktiv und suchen nach finanzieller Unterstützung für Anpassungsprojekte an den Klimawandel.
  • Produzent*innen nehmen an der jährlichen Conference of Parties (COP) der UN-Klimakonferenz teil.
Foto: Fairtrade/ Jakub Kaliszewsk

Der Klimawandel ist unfair!“

In einer Studie des Natural Resources Institute heißt es, “der Klimawandel wird hauptsächlich negative Auswirkungen auf landwirtschaftliche Produktion, Ernährungssicherheit und wirtschaftliche Entwicklung haben – insbesondere in Entwicklungsländern.“
Viele Nutzpflanzen, wie beispielsweise Kakao und Kaffee, reagieren extrem sensibel auf Temperaturänderungen. Ein verändertes Klima ist zudem Nährboden für neue Schädlingsarten und Pflanzenkrankheiten.

Fairtrade unterstützt Produzent*innenorganisationen bei der Anpassung an die Auswirkungen von Klimaveränderungen.

Fairtrade-Ausstellung im Klimaschaufenster

Erlangen ist Fairtrade-Stadt. Und was bedeutet das?

Dieser Frage gehen wir gemeinsam mit den Akteur*innen der Steuerungsgruppe Fairtrade der Stadt Erlangen im Klimaschaufenster nach.

Der Faire Statt-Plan wird in der Altstadtmarktpassage präsentiert

Seit Oktober 2012 ist Erlangen Fairtrade-Stadt. Um diesen Titel führen zu dürfen, musste die Stadt bestimmte Kriterien erfüllen, dazu gehörte auch die Schaffung einer Steuerungsgruppe Fairtrade. Sie koordiniert Aktivitäten zur Stärkung des Fairtrade Angebots in Erlangen und arbeitet selbst in mehreren Projektgruppen an verschiedenen Themen. Unter anderem der Dritte Welt Laden, Fairlangen, Sneep, die Wirtschaftsschule, das Lesecafé, Bildung Evangelisch und Bananeira informieren in unserer Ausstellung darüber, was bei ihnen in Sachen Fairtrade passiert.

»Wer sind wir? Was tun wir? Warum ist uns Fairtrade wichtig? Was haben wir schon erreicht und was wollen wir noch erreichen?«
Das sind die Fragen, denen sich die Beteiligten in der Ausstellung und auch persönlich stellen. Viele sind mehrmals im Juni auch persönlich im Klimaschaufenster vertreten, haben Informationen und Kostproben fairer Produkte dabei und freuen sich auf Fragen (Termine in unserem Kalender www.nachhaltigkeit-trifft-altstadt.de/veranstaltungen/). 

Die Ausstellung ist Mittwoch bis Samstag von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Gemäß der Corona-Regelungen dürfen bis zu 3 Personen gleichzeitig die Ausstellung besuchen. Neben dem Klimaschaufenster lädt das Lesecafé zu klimafreundlichem und fairem Essen und Getränken ein.

Fairschenken

Im Juni wird es im Klimaschaufenster um das Thema Fairtrade gehen.

Passend dazu möchten wir eine Anregung für nachhaltige Geschenke geben: 
Den Fairtrade-Geschenkkorb

Fairtrade Geschenkkorb

Es gibt ihn zu verschiedenen Preisen und in verschiedenen Varianten: z.B. Kaffee & Schokolade, Kochen Indien oder Kochen Nicaragua. Bestellt werden kann er bei Eva’s Apfel, Contigo, im Dritte Welt Laden oder auf https://www.fairlangen.org/fairschenken/

DIY – Bastelkleber

Bastelspaß vegan, nicht toxisch und Lösungsmittel frei?!
Natürlich, mit Mehlkleber – Greenpeace Erlangen zeigt wie es geht.

Dazu Mehl und Zucker in gleichen Mengen zusammen geben und mit etwas Wasser anrühren. Die Wassermenge bestimmt die Konsistenz und damit die Streichbarkeit. Hält sich gut verschlossen 2-3 Wochen im Kühlschrank. Am besten für Papier geeignet!

Musik:“First Coffee“ von frametraxx.de

Spülschwamm selbst stricken

Für ein plastikfreies Geschirrspülen zeigen wir heute gemeinsam mit Greenpeace Erlangen, wie ein Spülschwamm auch ganz einfach selbst gestrickt werden kann.

Was wird benötigt: 

– Paketschnur (aus Naturfaser, z.B. Hanf) 
– Stricknadeln, alternativ eine Häkelnadel 
– eine Nähnadel. 

Vorgehen: 

– 13 Maschen anschlagen 
– ca. 34 Reihen rechtsstricken bis die gewünschte Länge erreicht ist 
– Maschen abstricken 
– Halbiert zusammenklappen und Seiten anneinander nähen (2-3), bei 3 kann auch eine Füllung mit z.B. weiterer Paketschnur überlegt werden. 

Strickanleitungen zu den Basics gibt es auch viele online.
Natürlich kann der Spülschwamm auch gehäkelt werden.

Musik:“First coffee“ gemafrei von frametraxx.de

Make something: Spülmittel

Gemeinsam mit Greenpeace Erlangen zeigen wir in verschiedenen Alltagsbereichen, wie ihr Gebrauchsgegenstände selbst machen oder Dinge wiederverwenden könnt, weniger verbraucht und Plastik/Mikroplastik vermeidet.

Das geht zum Beispiel auch mit Spülmittel – keine unnötigen Zusätze und spart Verpackung.

Was wird benötigt:  

– ca. 500 ml Wasser 
– 10 g geriebene Kernseife (möglichst ohne Palmöl und Bio) 
– 2 TL Natron 
– ätherisches Öl 
– 1 leerer Seifenspender/Spülmittelflasche. 

Vorgehen: 

– Wasser erhitzen 
– Seifenflocken einrühren 
– abkühlen, währenddessen mehrmals durchrühren 
– wenn es zu dick ist zusätzliches Wasser unterrühren 
– Natron und ätherisches Öl hinzufügen 
– in eine Flasche füllen. 

Reagiert nicht immer gleich wie gekauftes Spüli: schäumt nicht so stark und kann bei hartem Wasser ausflocken, ansonsten kann man damit aber super spülen.

Musik:“First coffee“ gemafrei von frametraxx.de