Von der Klimakrise in die Fluchtkrise?

Etwa 80 Millionen Menschen befinden sich derzeit auf der Flucht. Neben Kriegen und Verfolgung wird auch der Klimawandel immer stärker zu einer Fluchtursache. Im Jahr 2019 etwa wurden nach Angaben des Internal Displacement Monitoring Centre ca. 25 Millionen Menschen durch Naturkatastrophen aus ihrer Heimat vertrieben. Wohin fliehen diese Menschen? Wie genau wirkt der Klimawandel auf Flucht und Migration? Was kann und muss die Politik hier tun?

Die Diskussionsveranstaltung „Von der Klimakrise in die ‚Fluchtkrise‘? Wie globale Erwärmung und Migration zusammenhängen“ will genau diese Fragen aufgreifen und diskutieren. Am 24.09.2021 um 19.00 Uhr stellt sich Dr. Benjamin Schraven vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) öffentlich der Diskussion im Klimaschaufenster in der Erlanger Altstadtpassage. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Lorenz Wiese im Rahmen des Projekts „Flucht- und Flüchtlingsforschung: Vernetzung und Transfer“ (FFVT). Er organisiert den Diskussionsabend gemeinsam mit der Ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuung in Erlangen e.V. (EFIE), die noch bis zum 25.09.2021 im Klimaschaufenster ausstellt.

„Flucht und Klima“ im Klimaschaufenster

Vom 1. bis 25. September zeigt der Verein Ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuung in Erlangen (EFIE) in der neuen Ausstellung im Klimaschaufenster Perspektiven auf „Flucht und Klima“.

„Stellen Sie sich vor, ein Mann ist in die Regnitz gefallen und Sie helfen ihm nicht. Sie würden sich strafbar machen. Das Schiff Iuventa hat 14.000 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. 10 Crew-Mitglieder standen danach in Italien vor Gericht und ihnen wurden hohe Strafen angedroht, weil sie Leben retten wollten.“ Mit diesen Worten appellierte Dr. Martin Hoheisel auf der Moria-Demo vor einem Jahr in Erlangen an die Vernunft und Menschlichkeit der Politiker*innen, Seenotrettung endlich zu entkriminalisieren und Menschenleben zu retten.

Aktuell sind 80 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht – das entspricht in etwa der Gesamtbevölkerung Deutschlands. Neben Krieg, Hunger und Gewalt zwingen auch Klimakatastrophen immer mehr Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Die Ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuung in Erlangen e.V. (EFIE) und Amnesty International Erlangen wollen mit der Ausstellung „Flucht und Klima“ auf Notlagen wie diese aufmerksam machen. Anschaulich informieren die beiden Vereine über Themen wie Fluchtursachen, Seenotrettung und Europas Abschottungspolitik.

Die Ausstellung ist immer mittwochs bis samstags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Sie ist auch Teil des Programms der Nachhaltigkeitstage.